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(c) HHolderried
Die Kirche in Nieder-Beerbach hat ihre Ursprünge im 14. Jahrhundert.
Erfahren Sie mehr über die Kirche und frühere Pfarrpersonen und klicken Sie auf die folgenden Links:
Hier finden Sie einige Bilder der aufwendigen Kirchensanierung aus dem Jahr 2015.
Vermutliche Erbauung und Renovierungen
Ein kirchliches Gebäude besaß Nieder-Beerbach bereits im 14. Jahrhundert. Die älteste urkundliche Erwähnung hat einen sogar kriminellen Anlaß: Am 26. Nov. 1385 trug das Mainzer geistliche Gericht dem „Dekan“ zu Bensheim und den „Priestern und Inhabern der Pfarrstellen“ zu Zwingenberg und Bickenbach auf, den Ritter Schenk Eberhard zu Erbach und die Gebrüder Wilhelm und Gerhard gen. Rauch mit einer Entschädigungssumme von 60 Goldgulden zu belegen und solche im Weigerungsfalle vor ihr Gericht zu laden „wegen ihren an dem Nieder-Beerbacher Pfarrer Johannes Mentze begangenen Gewalttätigkeiten und Verbrennung seiner Kirche“. Nach der mutwilligen Zerstörung muß die Kirche alsbald wieder aufgebaut worden sein: Bauherren der Pfarrkirche waren die Herren von Frankenstein, deren jüngere Linie in ihr auch ihre letzte Ruhe fand – die ältere Linie dagegen in der Eberstädter Kirche. Aus dieser Zeit stammt das Schiff der jetzigen Kirche, da der um 1404 bis 1433 erscheinende Philipp d.Ä. von Frankenstein schon in ihr beerdigt wurde. Der Turm dagegen stammt wohl noch von der alten Kirche her.
Der um die Kirche gelegene „Gottesacker“ (= Friedhof) wurde 1842 geschlossen und ein neuer Friedhof am Breitenlohberg angelegt. Da dieser Begräbnisplatz in Anbetracht des felsigen Untergrundes sich als ungeeignet erwies, wurde im Jahr 1876 der Friedhof an der heutigen Stelle im Unterdorf errichtet.
Unter Pfarrer Heinrich Karl Haußmann wurde 1841 das bei der Kirche gelegene alte Pfarrhaus gegen eine Hofreite (=Standort des heutigen Pfarranwesens) getauscht. Als Grund wurde von Haußmann die Baufälligkeit des alten Pfarrhauses angeführt. Es steht noch heute. Während die Hofreite im Jahre 1967 durch einen Neubau ersetzt werden musste.
In die Kirche reingehen
Da die Kirche früher tief in der Erde steckte und daher sehr feucht war, waren Mauern angegriffen und auch die Innenausstattung der Fäulnis ausgesetzt. Daher wurde das Schiff der Kirche im Jahre 1862 umgebaut. Am 20. März 1862 wurde mit der Abtragung der alten Kirche begonnen. Nachdem der Umbau glücklich vollendet worden war, fand die Einweihung der renovierten Kirche am zweiten Weihnachtsfeiertag 1862 statt.
1897 erhielt die Kirche ihre dritte Orgel erbaut von Heinrich Bechstein aus Groß-Umstadt. Diese wurde später durch ein elektrisches Gebläse ergänzt. Der ursprüngliche von Hand betriebene Blasebalg ist jedoch noch erhalten und voll funktionsfähig. Bis Mitte der 1950er Jahre haben die Konfirmanden diesen Blasebalg betrieben, dann aber weigerte sich ein Konfi-Jahrgang und ein elektrisches Gebläse wurde angeschafft.
Im Jahr 1977 erfolgte eine grundhafte Renovierung der Kirche innen und aussen. Der verantwortliche Architekt Friedrich W. Baier hat - um Kosten zu vermeiden - viele Ausstattungsdetails selbst entworfen und deren Ausführung beauftragt und begleitet. So unter anderem das Paradies am westlichen Eingang, das bunte Fenster im Chor und den Tauftisch.
Ein einschneidendes Ereignis für unsere Kirche war das schwere Erdbeben am 14. Mai 2014. Es hat lange gedauert, bis die Arbeiten anfangen konnten, und dann brauchten sie mehr Zeit, als erwartet. Aber man wird sagen können, dass es sich gelohnt hat. Die Einweihung der renovierten Kirche fand am 20.03.2016 statt.
Die letzte große Umbauaktivität war die Umsetzung des Grabmals der Anna-Elisabeth von Frankenstein. Das Grabmal hatte bis zum Umbau 1862 seinen Platz im Kircheninnern. Dann hatte sie ihren Platz links neben der seitlichen Eingangstür der Nieder-Beerbacher Kirche. Die Arbeiten zur Verlegung begannen im Juni 2022 und wurden in diesem Frühjahr (2023) abgeschlossen.
(H. Holderried, 2023)
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